Juden feiern „Laub-Hüttenfest“ vor´m Steffl

Tanzen, singen, feiern und das alles unter einer „Laubhütte“. Anlass für eine Gruppe männlicher Juden – jung und alt, war heute am Stephansplatz das Laubhüttenfest – Sukkot.

goodnews-wien (14.10.14) erkundigte sich beim Oberrabbiner was läuft…..

……. „Ja, bei uns feiern Männer und Frauen getrennt!“

 

Wenn in Österreich ein Jude mit einer Kippa (der traditionellen jüdischen Kopfbedeckung) geht, schaut man noch immer komisch. Dabei gehört das Judentum zu Österreich wie der Fiaker zum Stephansplatz, trotz der Zäsur durch den zweiten Weltkrieg und die Shoa (Holocaust), was eine Tabuisierung des Judentums mit sich brachte. Wenn eine Generation darüber nicht spricht, verliert man den Kontakt zu den Wurzeln und das Wissen.

 

Heute erkundigten sich viele Touristen, was denn gefeiert wird.

 

 

 

Laubhüttenfest

 

Jeder konnte dann auch die 4 „Minim“ (Zweige, Laub zur Erinnerung aus dem die Hütten gebaut wurden) in die Hände nehmen und seinen Segen (gute Wünsche für das Fest und Volk) sprechen.

 

4 "Minim"

Laubhüttenfest

 

Wann

Während der fünf Tage zwischen Jom Kippur und Sukkot (immer im September/Oktober) wird eine provisorische Hütte errichtet in der „symbolhaft“ gelebt und vor allem gegessen wird.

 

Die Historische Bedeutung

Es erinnert an die 40 Jahre Wanderung des Volkes Israel durch die Wüste, an provisorisches Wohnen.

"Kabine"

 

Naturbezogene Bedeutung

auch als Erntedankfest gefeiert

 

Typisch

Es wird eine Laubhütte nach bestimmten Regeln aufgestellt. In dieser Kabine wird gegessen und gefeiert.

Man schwenkt die 4 „Minim“ Spezies. Zweige (Palmwedeln, Myrten – und Weidenzweige, und eine Zitronenfrucht (Etrogim).

 

Dauer

7 Tage

 

Judentum

Bei der Volkszählung 2001 wurden in Österreich 8.140 Juden gezählt, 6.988 davon mit Wohnsitz in Wien. Die Israelische Kultusgemeinde Wien geht jedoch von rund 15.000 Juden in Österreich aus, manche Angaben sprechen auch von bis zu 20.000.

Ein Kommentar

  • Erhard Brunner

    Vielen Dank für diesen Artikel. Er ist sehr informativ und – man sieht, dass er mit Liebe geschrieben wurde. Auch für mich als Jude ist er sehr interessant.

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